Zu Besuch bei JobRad: Wo Fahrradträume wahr werden

Seit 2012 gilt dank einer überarbeiteten Steuerregelung das Dienstwagenprinzip in Deutschland endlich auch für Fahrräder. Maßgeblicher Antreiber und Förderer hinter dieser Regelung ist das junge Team von JobRad, das sich seit der Gründung 2008 durch Ulrich Prediger mit vollstem Engagement für einen Mobilitätswandel in Deutschland einsetzt und seither tausende Arbeitnehmer mit ihrem persönlichen Dienstfahrrad glücklich macht. Ich bin der Einladung in den wunderschönen Breisgau nach Freiburg gefolgt und durfte hinter die Kulissen des Unternehmens blicken.

Seit Jahren wird verzweifelt versucht, die Folgen des Klimawandels durch verschiedenste Maßnahmen einzudämmen und eine Energiewende in Deutschland einzuleiten. Doch so recht eindämmen und wenden will sich nichts. Die Appelle zu einem umweltbewussteren Denken scheinen teils wirkungslos an den Bürgern abzuprallen. Dabei gibt es in Deutschland seit jeher eine Bevölkerungsgruppe, die einen unglaublich großen Beitrag zu einer nachhaltigen Umwelt beiträgt und ganz nebenbei noch etwas für die eigene Gesundheit tut. Es sind die Arbeitnehmer, die täglich bei Wind und Wetter auf den Sattel steigen und in die Pedale treten, um zum Arbeitsplatz zu gelangen. Von etwaigen Förderungen durch den Staat oder Arbeitgebern sind diese Menschen jedoch lange Zeit unbeachtet geblieben. Unter ihnen auch der Firmengründer und passionierter Radfahrer Ulrich Prediger, der sich bei seinem ehemaligen Arbeitgeber nicht etwa für einen Firmenwagen interessierte, sondern sich stattdessen nach einem Dienstfahrrad erkundigte. Da bis dato nur Dienstwagen steuerlich begünstigt waren, erhielt er auf seine Anfrage schließlich eine Absage. Warum ein Auto im Gegensatz zu einem umweltschonenden Fahrrad steuerlich begünstigt sein sollte, erschien Ulrich Prediger wenig plausibel und entschloss sich dies zu ändern – Die Idee zum JobRad-Konzept war geboren. Wurden nach der Firmengründung der LeaseRad GmbH 2008 anfangs noch Flottenfahrräder, also Arbeitgebereigene Fahrräder für Dienstwege angeboten, kam mit dem Inkrafttreten der überarbeiteten Steuerregelung 2012 sprichwörtlich erheblich mehr Bewegung in die Sache.

Das JobRad-Konzept bietet nicht nur finanziell viele Vorteile.

Doch wie genau funktioniert dieses JobRad-Konzept? Entscheidet sich der Arbeitnehmer für ein Dienstfahrrad, lässt er einen Teil seines Gehalts in Sachwert umwandeln. Der Arbeitgeber fungiert dabei als Leasingnehmer und zahlt die Rate an JobRad. Nach einer Laufzeit von 3 Jahren hat der Mitarbeiter schließlich die Möglichkeit das geleaste Fahrrad zu zehn Prozent des ursprünglichen Kaufpreises sein Eigen nennen zu können. Zusammen mit dem Absetzen der Steuern lässt sich so gegenüber dem Direktkauf richtig Geld sparen. Hört sich gut an? Es kommt noch besser! Egal ob E-Bike, High-End-Rennrad oder voll ausgestattetes Mountainbike – Der Arbeitnehmer darf grundsätzlich selbst entscheiden, welches Dienstrad er nutzen möchte. Auch eine Herstellerbeschränkung gibt es nicht. Darüber hinaus sind in den Leasingverträgen wichtige Versicherungen enthalten, die beispielsweise im Falle eines Diebstahls oder bei Sturzschäden in die Presche springen. Das unnahbare Traumbike wird so auf einmal greifbare Realität.

Das Dienstfahrrad-Konzept einfach und schnell erklärt.

Dass dieses Konzept nicht nur auf dem Papier, sondern auch in Realität funktioniert, beweisen die stetig steigenden Teilnehmerzahlen aller mitwirkenden Parteien. „Vor einigen Jahren war Dienstfahrradleasing noch ein komplettes Fremdwort. Inzwischen setzen über 3.500 Arbeitgeber, 4.000 Selbstständige, 3.300 Fachhändler und zahlreiche Arbeitnehmer auf JobRad“ erzählt mir Rita – zuständig für Presse und Öffentlichkeitsarbeit – die sich zusammen mit André vom Fachhandel-Support bei einer Tasse Kaffee Zeit für mich nimmt. Trotz der rasanten Entwicklung sieht man auf der „Mission Mobilitätswandel“ jedoch noch einen weiten Weg vor sich. Nach Ritas Prognose sei man zwar schon weit gekommen, allerdings stehe man noch am Anfang. Bis zu dem Punkt, an dem jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin Zugang zu einem Dienstfahrrad hat, werde es noch etwas dauern. Die selbst gesteckten Ziele für die Zukunft des Unternehmens sind nicht etwa die Erweiterung von Marktanteilen, Umsatzwachstum oder Rentabilitäten. Es sind ganz einfach mehr Menschen, die JobRad zu begeisternden Radfahrern machen möchte. „Wir sind leidenschaftliche Radfahrer. Radfahren macht Spaß, hält gesund sowie fit und ist natürlich gut für die Umwelt. Wir glauben fest daran, dass jeder Einzelne und die gesamte Gesellschaft davon profitieren, wenn sich der Verkehr aufs Rad verlagert“ so Rita. Ein großartiges Engagement, welches jüngst unter anderem mit der Nominierung für den Landespreis für junge Unternehmen und des Ecodesign-Preises honoriert wurde.

Dass das Thema Fahrrad von jedem einzelnen Mitarbeiter auf ganzer Linie gelebt wird, fällt einem bereits nach dem Eintreten in die Bürogebäude auf. An wirklich jeder Ecke finden sich Hinweise auf den emissionsfreien fahrbaren Untersatz in Form von Plakaten, Magazinen, Desktophintergründen oder Fahrrädern selbst in allen erdenklichen Größen, Baujahren und Ausführungen.

 Vom nostalgischem Mountainbike…

…bis hin zum Mini-Bike ist wirklich jede Ausführung in der Sammlung enthalten. 

Begeistert lasse ich mich durch die modernen Räumlichkeiten führen, die erst kürzlich vom Freiburger Unternehmen bezogen wurden. „Unser ehemaliges Gebäude wurde einfach zu klein“ nennt mir André während der Privatführung den Hauptgrund für den Umzug. Kein Wunder: Seit der Gründung ist die Mitarbeiterzahl auf derzeit 80 angestiegen. Neben vielen gemütlichen Sitzecken bieten die Räumlichkeiten zahlreiche weitere Rückzugsmöglichkeiten, die Raum für Kreativität und Ideen lassen. Ein Hauch Silikon-Valley im Breisgau. Mein absolutes Highlight: Eine moderne Sitzecke, die zum Feierabendbier und geselligem Miteinander einlädt.

Unschwer lässt sich erkennen, wofür das Herz der Mitarbeiter schlägt. 

Besprechungsort mal anders: Hier eine stylische Sitzecke aus Holz.

Wie cool ist das denn? Eine gemütliche Bar dient als Treffpunkt, um den Feierabend zusammen lässig ausklingen zu lassen. 

Selbstverständlich wird den Mitarbeitern auch die Möglichkeit für eine gelegentliche Fahrradtour während der Arbeitszeit gegeben. Das macht schließlich nicht nur die Beine, sondern auch den Kopf frei. Jeden Mittwoch gibt es sogar einen gemeinsamen Lunch-Ride. Um ein fehlendes Gesundheitsmanagement braucht man sich bei JobRad jedenfalls keine Sorgen zu machen. Auch André nimmt sich im Anschluss an meinen Besuch noch etwas Zeit, um mir die lokalen Trails zu zeigen und sich mit mir über verschiedene Themen der Branche auszutauschen. Als wir vom Firmengebäude aus Richtung Border-Line-Trail aufbrechen wollen, treffen wir zufällig auf die beiden Geschäftsführer Ulrich Prediger und Holger Tumat – Auf dem Rad versteht sich.

Du interessierst dich ebenfalls für dieses Konzept und möchtest dein eigenes Wunschrad ganz bequem leasen? Als offizieller JobRad-Händler kannst du genau das bei uns tun. Kontaktiere uns!


Text:
Pascal Fessler    Bilder: Pascal Fessler, JobRad

 

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