Rückblick: Eurobike 2016

Die Leitmesse der Bikebranche blies in Friedrichshafen erneut zum Antritt und trommelte No-Names, Start-Ups, Global Player und Fachpresse zum gepflegten Tech-Talk zusammen. Was hier präsentiert wird, bestimmt die Marschroute für die kommende Saison. Wir haben unsere geführten Marken genauer unter die Lupe genommen und unsere Eindrücke und Highlights für euch zusammengefasst.

Finale Dirt Jump

Basso

Basso Diamante Egshell

Die patentierte Egg-Shell Lackierung vereint Funktionalität und schicke Optik.
Die italienische Edelschmiede präsentierte ein traumhaft schönes Line-Up und begeisterte damit nicht nur uns, sondern auch Fachpresse und Kunden. Im Mittelpunkt stand dabei das im Zuge des 40-jährigen Firmenjubiläums komplett überarbeitete Diamante SV, dass in verschiedenen Farbvarianten präsentiert wurde und vor allem mit der auffälligen Variante Blue-Fluo Orange alle Blicke auf sich zog. Dass die Italiener Style und Design im Blut haben, ist jedoch nichts Neues. Umso mehr lag für uns das Augenmerk auf die diversen Features, die das Diamante zu bieten hat. Ein Highlight ist die in der Sattelstütze integrierte 3B-Basso Befestigung, die durch eine drei Schrauben die Klemmung der Sattelstütze deutlich erleichtern und durch Gummieinlagen Unebenheiten merklich abfangen soll. Ebenfalls neu ist die patentierte „Egg-Shell“ Lackierung, die bereits Anwendungen in der Möbelindutrie findet. Neben einem äußerst schickem leicht mattem Look sind die mit der Lackierung versehenen Bikes wesentlich kratzresistenter und in Punkto Reinigung pflegeleichter.
Basso Diamante SV
Der Rahmengewicht des Diamante SV soll bei lediglich 800 Gramm liegen.
Basso Diamante Custom Spacer
Je nach Geometrie-Vorlieben des Fahrers können bis zu sieben Spacer verbaut werden.
Basso Diamante Black
Auch die Variante Matt Black/Anthracite ist ein wahrer Augenschmaus.
Wer sich nicht nur auf einen Einsatzbereich beschränken möchte, sollte bei dem Modell Fastcross Disc aufhören. Mit einer 100 x 15 Front- und einer 142 x 12 mm Hinterachse erlaubt es eine Aufnahme von maximal 35 mm breiten Reifen und ist je nach Wahl des passenden Reifens sowohl für Aktivitäten auf- als auch abseits der Straßen gewappnet. Auch in Sachen Antrieb lässt Basso dem Kunden die Wahl zwischen SRAM´s 1×11 Rival- oder Shimano´s 105 Disc-Gruppe.
Basso FastCross Disc
Für alles zu haben: Das Basso FastCross Disc

Weitere Informationen auf www.bassobikes.com

Conway

Nachdem das Projekt „We Make Enduro“ voll eingeschlagen ist, war es wenig verwunderlich, dass Conway die WME-Serie um einige Modelle erweitern wird. So wird es für die neue Saison neben den bekannten und bewährten 27,5″ Modellen sowohl eine Plus- als auch eine 29″-Version geben. Letztere wurde einhergehend mit den größeren Laufrädern in Punkto Geometrie und Aussehen nur leicht angepasst. Die Kettenstrebe wurde um 5 mm auf 435 mm verlängert, der Lenkwinkel auf 66,5° erweitert, der Sitzwinkel mit 75° wurde beibehalten. Der größte Unterschied liegt im Hinterbau. Während die 27,5″-Modelle rein floatend gelagernd sind, wird der Dämpfer für die 29″-Variante am unteren Dämpferauge direkt mit dem Rahmen verbunden. Die RockShox-Parts liefern 140 mm an der Front und wahlweise 140 / 150 mm am Heck. Wie gewohnt lässt sich Conway auch in Sachen Ausstattung nicht Lumpen und verbaut am Top-Modell „Factory“ unter Anderem die heiß begehrte SRAM Eagle XX1 12-fach Schaltung sowie DT-Swiss Spline-Laufräder. Sowohl für die Carbon-, als auch die ALU-Varianten wird es die Möglichkeit geben, lediglich den Rahmen zu beziehen.

Conway WME 29er

Conway bleibt bei den WME 27,5″ und 29″ Modellen der schlichten Linie treu.

Wesentlich bunter wird es mit dem neuen WME 27,5+, mit dem Conway auf den Plus-Size-Trend reagiert. Während Hub im Vergleich zu den 29-ern gleich bleibt, wird der Hinterbau mit Boost-Standard ausgestattet und für die breiteren Reifen auf 148 mm erweitert. Auch die Kettenstrebe werden mit 170 mm länger.

Conway WME 27,5 Plus 2

Die Plus-Variante macht die WME-Reihe komplett.

Das Conway nicht nur bei der WME-Serie ordentlich Gas gibt, zeigt sich auch anhand einiger weiteren Modelle. So wurde das Portfolio durch ein neues Trailhardtail mit 140 mm Federweg und Boost-Standard, einem neuen Racefully sowie insgesamt 4 Gravel-Bikes erweitert.

Conway Trail-Hardtail

Die moderne Geometrie und soll das MT 829 zu einem wahren Spaßgefährt machen.

Conway WME Racefully

Bestzeiten können in Zukunft mit dem neuen MFC gesammelt werden.

Weitere Informationen auf www.conway-bikes.de

SRAM

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Auch wenn man nicht direkt am Stand des Komponenten-Krösus´war, waren die Amerikaner doch überall auf der Messe präsent. Grund dafür ist die kürzlich gelaunchte 1×12 Schaltgruppe Eagle, die ein Meilenstein in der Branche setzte und an beinahe jedem hochpreisigem Ausstellungsrad auf der Messe montiert war. Das zuvor in den Olympischen Spielen Nino Schurter mit seiner goldenen Eagle XX1 zu Gold fuhr, spielte dem Unternehmen natürlich bestens in die Karten und wurde entsprechend promoted. Doch Ehre dem, dem Ehre gebührt. Die Eagle ist ein kompromissloses Produkt, dass uns Fahrradfahrern genau das liefert, was wir eigentlich seit Einführung der ersten 11-fach Antriebe schon immer wollten: Die Vorteile eines Antriebs mit nur einem Kettenblatt nutzen, ohne über eine zu geringe Übersetzung klagen zu müssen. Die Lösung: Ein riesiges Ritzelpaket mit einer riesigen Bandbreite von 500 %. Angeboten wird der Antrieb in zwei verschiedenen Versionen. Wer auf Bling Bling und an seinem XC-Bike jedes Gramm zählt, greift zur Eagle XX1, der abfahrtsorientiertere Fahrer zur etwas schwereren dafür jedoch steiferen Eagle X01. Nähere Informationen zur Schaltgruppe findet ihr in diesem Bericht.

SRAM Eagle XX1

Die Eagle XX1 ist auf Leichtbau getrimmt und mit viel Bling Bling ausgestattet.

SRAM Eagle X01

Der Fokus der Eagle X01 liegt auf Stabilität und Steifigkeit und richtet sich an den Enduro- und Traileinsatz.

Daneben konnten die Besucher der Messe alle weiteren Produkte in Augenschein nehmen, die SRAM im Laufe der Saison vorgestellt hat. Darunter die neue Level-Bremse für die Bereiche Marathon und XC, die Einsteigerschaltgruppe NX, ROAM 60 Enduro / All-Mountain-Laufräder, sowie für Rennräder die SRAM eTAP-Version für die Force Schaltgruppe.

 

Weitere Informationen auf www.sram.com

Garmin

In einem wahnsinnigen Tempo bringt das amerikanische Unternehmen eine geniale technische Gerätschaft nach der anderen heraus und beeindruckt das Messepublikum immer wieder aufs Neue. Auch dieses Jahr war das nicht anders. Besonders hellhörig wurden wir bei der neusten Version der VIRB Action Cam, die nicht etwa eine Alternative zum Branchenriese GoPro sein will, sondern mit zahlreiche Funktionen und Features ein ganz eigenes Produkt darstellt. Der wohl größte Unterschied: Wie in den Vorgängerversionen kombiniert die VIRB die Videofunktion (4K Auflösung bei 30 Frames pro Sekunde) mit Daten der Garmin Satelliten. So liefert die VIRB beispielsweise zusätzlich Informationen über Geschwindigkeit, Distanzen oder Airtime und schafft damit ein komplett neues Filmen der actionsreichsten Momente. Die eigentlichen Neuerungen liegen jedoch in den Bedienfunktionen, sodass sich die Cam nun sowohl über einen Touch-Screen als auch über eine Sprachfunktion bedienen lässt.

Garmin VIRB

Die Garmin VIRB ist alles andere als ein GoPro-Abklatsch.

Ebenfalls sehr interessant ist das Konzept des Varia Vision Displays. Ein auf eine Fahrradbrille montiertes Display-Modul versorgt den Fahrer im seitlichen Sichtfeld mit Leistungsdaten, Navigationsanweisungen und weiteren Informationen Garmin kompatibler Geräte.

Garmin Varia Vision

 Ein Blick zur Seite liefert viele nützliche Infos.

Weitere Informationen auf www.garmin.com

Camelbak

Der amerikanische Rucksack-Experte präsentiert auf der Messe überarbeite Rucksackmodelle und verbesserte Funktionen des bewährten Trinkblasensysteme vor. So wird die eingeführte Low-Rider Technologie für die Modelle M.U.L.E und H.A.W.G zum Einsatz kommen. Die Idee: Sowohl die Konzeption des Rucksackdesigns als auch das der Trinkblase sind auf eine Verteilung des Gewichts im Bereich der Hüften ausgerichtet, was zu einem für niedrigeren Schwerpunkt und somit neben mehr Bewegungsfreiheit im Schulterbereich zu mehr Stabilität führen soll. Perfekt also für wilde Abfahrten. Zusätzlich wurde an den bewährten Trinksystemen ordentlich Hand angelegt und sinnvolle Verbesserungen vorgenommen. So sollen das neu entwickelte Mundstück den Fahrer mit bis zu 20 Prozent mehr Flüssigkeit versorgen und zusätzlich die Möglichkeit bieten, die Zufuhr durch einen Hebel zu unterbrechen. Um das Befüllen des Reservoirs mit Flüssigkeit noch einfacher und schneller zu gestalten, lässt sich der Deckel wesentlich leichter öffnen und schließen.

garmin-kudu

Die Modelle werden in vielen verschiedenen Farbvarianten angeboten.

garmin-reservoir

Der Drehverschluss der Reservoirs lässt sich spielend einfach öffnen und schließen.

Weitere Informationen auf www.camelbak.com

 

 

Text: Pascal Fessler   Bilder: Pascal Fessler, Messe Friedrichshafen

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