Rückblick: Eurobike 2015

Vergangene Woche war es endlich wieder soweit! Die Fahrradbranche versammelte sich zur alljährlichen Eurobike-Messe in Friedrichshafen und zeigte mal wieder, was die Branche alles zu bieten hat: Traumhaft schöne und sündhaft teure Fahrräder in allen erdenklichen Variationen, zahlreiche neue Trends und jede Menge Party. Wir haben für euch die wichtigsten Neuerscheinungen der Hersteller zusammengefasst.

Plus-Formate (27,5+)

Waren letztes Jahr Fatbikes noch in aller Munde, sichtete man dieses Jahr vor allem die neuen Plus-Formate an den verschiedenen Messeständen. Doch welche Idee steckt hinter dem neuen Reifenformat? Während Fatbikes zwar durch ihre extrem breiten Laufräder massig Traktion auf dem Trail bringen, können sie durch den enormen Abrieb allerdings eher als Spaßbikes für die Abfahrt bezeichnet werden. Mit einer Felgenbreite um 3,0 Zoll sollen nun Bikes entstehen, die von den Vorteilen der Fatbikes profitieren, dabei jedoch tourentauglich bleiben sollen. Der Schweizer Konzern Scott hat sich dem Trend in Zusammenarbeit mit dem Reifenhersteller Schwalbe konsequent angenommen und für die Modelle Scale, Genius, Genius LT und E-Genius das neue Reifenformat umgesetzt. Wir selbst konnten uns auf dem Demo Day von den Vorzügen der dickeren Reifen überzeugen und sehen in dem neuen Trend keinen Marketing-Gag, der bald wieder in der Versenkung verschwinden wird, sondern vielmehr ein Format mit Zukunft.

Die neuen Plus-Format-Reifen bringen ein völlig neues Fahrgefühl

SRAM Red eTAP

Nachdem der Branchen-Riese Shimano 2011 seine elektronischen Schaltungen für die Ultegra-Gruppe offenbart hat, zieht SRAM nun mit der Schaltgruppe Red eTAP für Rennräder nach. Das Besondere dabei: Die Schaltgruppe kommt komplett ohne Kabel aus, da der Schaltvorgang durch Elektromotoren in Schaltwerk und Umwerfer durch eine von Sram eigens entwickelte Funkfrequenz ausgelöst wird. Laut SRAM beträgt die Reichweite für eine Akku-Ladung rund 1000 Kilometer.

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Soll Shimanos Ultegra Di2 die Stirn bieten: Die neue Red eTAP

RockShox Lyrik und Yari

Weiterhin stellt SRAMs Tochterunternehmen RockShox eine Neuauflage der Lyrik-Gabel vor, die die Einsatzbereiche der Pike (Enduro) und BoXXer (Gravity) verbinden soll. Die Lyrik liefert mit den bewährten 35-mm Standrohen für 27,5 Zoll-Räder 160-180, für 29-Zoll-Räder 150 oder 160-Milimetern Federweg und wird ab Oktober diesen Jahres erhältlich sein.

Optisch unterscheiden die beiden Gabeln sich nur durch den Schriftzug. Das typische Design mit schwarz eloxierten Standrohren bleibt

Das Produktportfolio wird zudem durch die neue Baureihe Yari erweitert. Der Unterschied zu den teureren Modellen liegt dabei in der eingebauten Kartusche. Während bei Pike und Lyrik die Charger-Dämpfung zum Einsatz kommt, findet die preiswertere Motion-Control in der Yari Anwendung. Sie soll damit eine günstigere Alternative zu den beiden Endurogabeln Lyrik und Pike darstellen und in verschiedenen Federwegsvarianten von 120-180 Milimetern sowohl für 27,5 als auch für 29 Zoll auf dem Markt angeboten werden.

Conway WME Enduro

Eine Neuvorstellung hat uns ganz besonders gefreut. Unter dem Slogan ,,We Make Enduro“ stellt unsere geführte Marke Conway nach langjähriger Entwicklung die WME Enduro-Bikes vor und meldet damit auf dem Markt in diesem Segment Mitspracherecht an. Wir und die Fachpresse finden: Absolut zu Recht! Neben einem hochwertig verarbeiteten Rahmen spendiert Conway wie gewohnt seinen Rädern eine absolut erstklassige Ausstattung. Neben der standartmäßig verbauten RockShox Pike besticht die Top-Version WME 1027 unter anderem mit RockShox Vivid Air RCT3-Dämpfer, kompletter SRAM X01-Schaltgruppe sowie DT-Swiss Spline-Laufrädern. Das Gesamtgewicht soll bei rund 12,5 kg liegen. Das kann sich sehen lassen! Auch der erste Test auf der Demo Day Teststrecke neben dem Messegelände bestätigte unseren ersten positiven Eindruck. Leider gab es bei bestimmten Rahmengrößen vor der Messe einige Lieferschwierigkeiten, sodass wir das Bike erst im Herbst ausführlich für euch testen können.

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Das WME macht eindeutig Lust auf mehr

Cannondale Habit

Die Amerikaner präsentierten ihr neues Trailbike Habit. Mit 120 Milimetern Federweg an Front und Heck soll es all jene ansprechen, die es etwas flowiger mögen und wie eine Bergziege von Berg zu Berg eilen wollen. Insgesamt 10 verschiedene Versionen (davon zwei ,,Bad-Habit“- Versionen für Plus-Format-Reifen) des Habits bietet Cannondale an, die auch preisbewusste Biker ansprechen sollen. Auf dem Demo Day nutzten wir die Gelegenheit eines der begehrten Exemplare zu testen. Auf den ersten Metern auf dem Testparcours stach der enorme Vortrieb heraus. Mit Leichtigkeit marschierte das Habit wie ein XC-Bike voran und zeigte sich in auf dem Parcours äußerst spritzig und verspielt.

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Das Habit in ,,Berzerker green“

Canyon Ultimate CF EVO 10.0 SL

Nachdem der Internet-Versender aus Koblenz letztes Jahr das innovative Shape-Shifter System für die Strive-Modellellreihe aus dem Hut zauberte und damit alle Aufmerksamkeit auf Sich zog, verblüffte uns Canyon in diesem Jahr mit dem neuen Ultimate CF EVO 10.0 SL. Mit einem sagenhaften Gesamtgewicht von nur 4,85 Kilogramm setzt der Hersteller ein dickes Ausrufezeichen Richtung Konkurrenz und legt die Latte in Sachen Leichtbau für das kommende Jahr extrem hoch. Wir sind auf die Bekanntgabe des offiziellen Verkaufspreises auf jeden Fall mal gespannt.

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Das neue Ultimate in einer wunderschönen Stealth-Optik

UVEX Variotronic

Der deutsche Brillenhersteller UVEX begeisterte die Fachbesucher mit der revolutionären Variotronic. Wie aus einem Science-Fiction-Film lässt sich die Tönung der Scheiben durch einen einfachen Knopfdruck verändert. Ablaufen soll das Ganze laut Hersteller in 0,1 Sekunden und ist damit um Welten schneller als die bisher bekannten Variomatic-Gläser. Der Trick: Flüssigkristalle sorgen elektrochromatisch entweder selbstregulierend durch einen Lichtsensor oder manuell per Knopfdruck für die Tönung der Scheiben. Der dafür benötigte Akku befindet sich im Bügel der Bille und soll über eine Laufzeit von ca. 50 Stunden verfügen.

 

Unser Fazit zur Messe

Wieder einmal hat die Eurobike gezeigt, dass die Branche alles andere als still steht. Zahlreiche neue Technologien und Innovationen beleben den Markt ungemein und sorgen für Fortschritt. Wir dürfen jedenfalls gespannt sein, wie sich die vorgestellten Neuheiten letztendlich in der Praxis schlagen werden und freuen uns jetzt schon darauf, was die Hersteller im nächsten Jahr wieder zu bieten haben.

Autor: Pascal Fessler

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