Rain drops on the moon – Ein episches Freeride-Abenteuer in BC

Code Kelly hat eine aufregende Saison hinter sich. An der Seite von Teamkamerad Richie Rude konnte der aufstrebende Fahrer in der EWS einige Achtungserfolge feiern. Fernab des Trubels nutzte er die Saisonpause nun, um mit Red Bull Rampage Vorjahressieger Kurt Sorge und Freeride-Legende Graham Agassiz einen epischen Roadrip in British Columbia zu erleben.

Bills Puddle

Williams Lake, British Columbia. Die alte Holzfäller-Stadt trägt eine lange Riding-Kultur und bietet entsprechend massenhaft abwechslungsreiche Trails. Die IMBA (International Mountainbike Association) bezeichnet Williams Lake nicht umsonst als „Shangri La of Mountain Biking“.
Wir starteten mit einer Abfahrt vom Fox Mountain. Unter bedrohlich wirkendem Himmel heizten wir von einem Anlieger in den nächsten. Der Boden war perfekt. Genauso wie die Bedingungen für unser Film / Foto-Team – Die Wolkendecke erzeugte ein beständiges Licht unter den Baumkronen und die vereinzelt durchdringenden Regentropfen, ließen das Moos wesentlich grüner erscheinen. Im Trainings-Modus fuhr unsere Gruppe unter freudigen Rufen und Brüllen den Trail herunter. Schon hier war uns klar, dass sich drei passionierte Fahrer gefunden haben.

Im Fokus der Kameras ist Aggy total in seinem Element.“Lass mich das nochmal fahren“ entgegnet Aggy immer wieder, „Ich kann die Kurve noch viel tiefer nehmen.“ Als er sein Bike den Trail zurückschiebt, fängt es an stärker zu Regnen. Wenige Augenblicke später verwandelt sich der perfekt griffige Boden in schwarzen rutschigen Matsch. Am nächsten Durchgang drückt Aggy sein Vorderrad nur etwas zu weit über den Scheitelpunkt der Kurve und stürzt. Eigentlich kein großes Ding, doch er stürzt so ungünstig mit der Hand voraus. Sofort war klar, dass sie gebrochen war. Unglücklicherweise ist der Trip für ihn gelaufen.

 

 

A trip to the moon

Als wir Aggy später vom Krankenhaus abholen, regnet es in Strömen. Wir gingen also in den örtlichen Bike Shop, Red Shreds Bike & Board Shed und fanden uns auf einmal auf einer Afterhour-Party wieder. Vielleicht sind es die starken Regenströme oder den Überraschungsbesuch unserer Crew: Hier war mehr los, als man unter der Woche erwarten würde. Wir machten die Bekanntschaft mit „Shreddy“, dem Shop-Besitzer und selbsternanntem legendären Fahrer sowie Jeremy „Jercan“ Stowards. Wir reden über ein berühmtes Canyon-Labyrinth und darüber, wie die Bedingungen nach dem heftigen Regen dort wohl sein werden. Natürlich war klar, dass das unser nächstes Ziel war.

Das besagte Canyon-Labyrinth sieht mehr wie eine Mondlandschaft aus, als Kanada. Alles besteht aus extrem steilen Canyon-Wänden, Sedimenttürme sowie der größten Sanddüne in ganz British Columbia. Wir schlugen also unser Lager auf und wachen am nächsten Morgen am Fuße der noch feuchten Sandklippen auf. Trotz einigen Gläsern Whiskey am glühenden Lagerfeuer in der Nacht zuvor quält sich die Gruppe früh aus den Federn, um uns in die epische Szenerie aufzumachen. Selbstverständlich blieb Aggy in seinem Toyota Tundra/Camper/Adventure-Mobil, dem die gebrochene Hand zum Ausschlafen zwang.

Wir mussten nicht ganz oben auf dem Gipfel stehen, um zu begreifen, wie steil dieses Terrain wirklich ist. Uns erwartete eine verdammt schnelle High-Speed Abfahrt. “ Meine nerven sind angespannt wie ein Drahtseil“ entgegnet Cody am Rande der Abfahrt stehend und studierend. „Das schwierigste an der Sache ist, dass man den Auslauf überhaupt sehen kann“ fällt seine Prognose aus. Nachdem sich Foto- und Filmteam mit Händen und Füßen rutschend in Position brachten, stürzten sich Jercan, Cody und Sorge in die extrem steile Abfahrt.

Was nach einem einfachen Heruntersurfen unter Blockieren des Hinterrads aussieht, ist in Wirklichkeit verdammt schwer. Es gibt zahlreiche enge Kurven und Gaps zwischen den Türmen. Man sieht Sorge schon von weitem an, dass er solche Dinger für sein Leben gern fährt. Mit einem Affenzahn bombt er sich durch jeden Steilhang und jede Kurve, um vor jedem Anstieg noch einmal Vollgas zu geben. Am Fuße des Canyons angekommen kann man das Adrenalin an den Fahrern förmlich heruntertropfen sehen.“Ich bin so etwas noch nie gefahren“ entgegnet Cody völlig endorphingeladen.“Ich hab beide Bremshebel bis zum Anschlag gezogen und hab immer noch beschleunigt! Ich muss bestimmt mit 50 Meilen da herunterbrettert sein! Die Gruppe war von dieser Abfahrt völlig elektrisiert und das Media-Team konnte ihr Glück kaum fassen, das Ganze von jedem Winkel perfekt eingefangen zu haben.

Zurück im Camp wartet eine frisch im Chilotin River gekühlte Palette Bier auf die Gruppe. Alles dreht sich natürlich um die Reproduktion der besten Lines und Jumps während dieser wahnsinnigen Abfahrt. Statt Geschichten aus dem EWS-Rennzirkus wird nun von Freeriden auf großen Bergen und schnell wird klar, dass die vergangenen Abenteuer ein Band zwischen diesen Fahrern gewoben haben. Der Roadtrip hielt einige anstrengende Momente parat und Cody musste sich weit aus der Comfort-Zone wagen, um mithalten zu können. Trotzdem war dieser Trip einfach nur episch.“Diesen Trip werde ich nie vergessen“ so Cody. „Dieses Gefühl und den Geschwindigkeitsrausch während der ersten Line…war einfach unbeschreiblich!“.

 

Die Ausstattung der Fahrer kann über unseren Shop bezogen werden: Giro, Royal Racing, 7Protection

 

Text: Giro    Bilder: Robin O´Neill, Dain Zaffke   Übersetzung: Pascal Fessler

 

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