Must-Ride! Meine Top Reiseziele Teil 1

Eines der faszinierenden Dinge am Mountainbike-Sport ist, dass man ihn an den schönsten Flecken der Erde ausüben kann. Gerade wenn man glaubt, den Trail seines Lebens gefahren zu sein, stößt man während der nächsten Reise auf einen noch flowigeren, noch spektakuläreren, noch besseren. Für jedes Jahr nehme ich mir deshalb vor, neue Reviere mit dem Bike zu erkunden und das zu erleben, was diesen Sport für mich so einzigartig macht: Mit Freunden unvergessliche und abenteuerliche Momente an den abgefahrensten und schönsten Orte erleben. In der neuen Rubrik „Must-Ride!“ stelle ich euch die Reiseziele vor, die auf meiner „To-Ride-List“ ganz weit oben stehen.

 

Finale Ligure

Die Küstenregion Ligurien an der italienischen Riviera hat in der Biker-Szene längst Kultstatus erlangt. So drängt sich der sonnige Badeort und Austragungsort der Enduro World Series-Finals auf der Liste der beliebtesten Reiseziele der Biker immer weiter nach oben. Auch auf meiner. Angesichts der einzigartigen Kombination aus Bergen, Meer, Strand und einer Extraportion Sonne ist dies auch wenig verwunderlich. Die 230 Kilometerlange Küstenregion soll bei einer Breite von lediglich 35 Kilometern unglaublich viel Abwechslung bieten. Während die teilweise sehr anspruchsvoll schroffen Trails im nördlichen Teil der Region noch durch abgeschiedenes  Bergland führen, verlaufen viele Strecken zur belebten Bademetropole hin unmittelbar an den spektakulären Klippen am Meer entlang. Egal wo man auch gerade unterwegs sein mag, drängt sich dabei das Mittelmeer fast immer ins Blickfeld. Ein Traum!
Begünstigt durch die geografische Lage fällt das Thermometer selbst im Winter selten unter 10 Grad. Wer also dem kalten Winter entfliehen will, wird in Finale perfekte Bedingungen für einen frühen Bike-Urlaub vorfinden.

Richard Cunnyghame on PS4 in practice. EWS 7 2014, Finale Ligure. Photo by Matt Wragg

Traumhafte Meerblicke sind in Finale garantiert.
(Bild: Matt Wragg www.enduroworldseries.com)

Sarah Leishman in stage four. EWS round 8, Finale Ligure, Italy. Photo by Matt Wragg.

Die EWS zeigt, wie anspruchsvoll die Trails dort sein können.
(Bild: Matt Wragg www.enduroworldseries.com)

Vogesen

Obwohl nur einen Katzensprung entfernt, sind die Vogesen als Bike-Revier bei vielen eher unbekannt und ein unerforschter weißer Fleck auf der Landkarte. Eigentlich verwunderlich, denn das Mittelgebirge unserer französischen Nachbarn hat so einiges zu bieten und gilt als DER Singletrail-Geheimtipp außerhalb der Alpen. Endlos flowige Wald-und Wiesentrails gespickt mit technischen Feinheiten, sollen jedes Bikerherz höher schlagen lassen. Es ist wohl kein Zufall, dass die Vogesen bereits zahlreiche Enduro-Profis hervorgebracht haben. EWS-Größen wie Jérôme Clementz oder Nico Lau schwören auf ihre Hometrails, die für die anspruchsvollen Strecken des Enduro-Sports ein perfektes Trainingsprogramm bieten. Die Wege gelten dabei als äußerst naturbelassen und wild. Nur wer sich wirklich auskennt, findet die feinsten Trailleckerbissen. Ein Bike-Guide macht hier also durchaus Sinn. Die schweizer Guide-Truppe ride-les-vosges kann beispielsweise auf eine 10 jährige Erfahrung in der Region  zurückgreifen und kennt jeden Stein und jede Wurzel. Bei einem tollen Programmangebot vom Fatbike-Event im Winter, über eine auf seine persönlichen Vorlieben zugeschnittene Tour, kann man die Vogesen in vollen Zügen genießen und die Landkarte oder das GPS getrost zu Hause lassen.
Neben den Trails sollen auch die Erwartungen an die Elsässische Küche nicht enttäuscht werden. Egal wo man auch Einkehren mag: Die Leckereien, die die Gastronomie in den Vogesen zu bieten hat, genießen einen hervorragenden Ruf. Ein Grund mehr, unseren Nachbarn schnellstmöglich einen Besuch abzustatten.

ADSC_7937

Die vielen Weindörfer verleihen der Region ihren ganz eigenen Charme.
(Bild: www.ride-les-vosges.ch)

RideLesVosges_22 (Copy)

Die Vogesen sind zu den Alpen weitaus mehr als nur eine Notlösung.
(Bild: www.ride-les-vosges.ch)

Weitere Informationen unter www.ride-les-vosges.ch

Zermatt

Alleine das Matterhorn wäre mit seiner unverkennbaren Gestalt eine Reise in die Schweizer Alpen wert. Dass es sich in dem  Gebiet rund um das spitze Felsmassiv auch noch hervorragend biken lässt, macht einen Besuch in Zermatt zu einem absoluten Muss! Als Legendär gilt die insgesamt knapp 1600-Tiefenmeter-Abfahrt vom Gornergrat nach Zermatt, bei der sich einem eine einzigartige Kulisse aus Bergen und Gletschern bildet. Einziges Manko: Das Spektakel lassen sich die Schweizer durch horrende Liftpreise ordentlich bezahlen und auch sonst ist das Land nicht gerade für faire Touristenpreise bekannt.

Was es in Zermatt alles zu erleben gibt, wurde von der Region und der Produktionsfirma „Filme von Draussen“ toll in einen Imagefilm gepackt. Vorsicht: Fernwehgefahr!

Provence

Wer Provence hört, denkt im ersten Moment wahrscheinlich an die endlos langen Lavendelfelder, jedoch kaum an ein Bikerevier der Extraklasse. Das die Region Südfrankreichs zusammen mit den französischen Seealpen jedoch genau das ist, beweist seit 2012 die Mavic Trans-Provence. In einem unvergleichlichen Rennen durchqueren die Fahrer in 6 intensiven Tagen die Region von den Hochalpen bis nach Menton an der französischen Küste und bekommen es dabei mit äußerst anspruchsvollem Terrain zu tun. Besonders der für die Gegend typisch schwarze bis feuerrote Sandboden macht jeden Ausritt zu einem Erlebnis und die Region zu einem absoluten Must-Ride! Seit 2 Jahren gehen mir die Bilder der Trans-Provence mit ihrer umwerfenden Landschaft und den superben Trails nicht mehr aus dem Kopf. Eine Überquerung dieser faszinierenden Region wurde schließlich zu einem Traum, den ich mir eines Tages unbedingt erfüllen möchte. Für mich liegt der besondere Reiz dabei neben der malerischen Landschaft vor allem in der Abgeschiedenheit der Region und der viel besagten Naturbelassenheit der französischen Trails. Entgegen all dem Touristentrubel, der in vielen Alpenregionen herrscht, begegnet man im südfranzösischen Bergland höchstens ein paar Schafen und ihren vierbeinigen Leibwächtern. Wer eine solche Durchquerung im Sinn hat, sollte deshalb die Dienste eines professionellen Bike-Guides in Anspruch nehmen. Zu groß ist die Gefahr, dass aus dem südfranzösischen Trail-Erlebnis ein frustrierendes Fiasko wird.
Seit 2012 erfüllt der Veranstalter und Initiator der Tour „Zeit für Draußen“ ambitionierten Bikern den Traum der Trans Provence und bietet unter anderem mit Shuttleservice, Gepäcktransport und professionellem Guiding durch Rene Sendlhofer von bikefex.at ein tolles Rundum-sorglos-Paket. 

TP_II-2
Im Herbst verwandelt sich die Landschaft in ein atemberaubendes Farbenmeer.
(Bild: Rene Sendlhofer www.bikefex.at)

TP_I-3

Traumhafte Panoramen und geniale Trails: Das ist die Provence!
(Bild: Rene Sendlhofer www.bikefex.at)

Weitere Informationen unter:

www.bikefex.at  / www.zeit-fuer-draussen.at

Island

Kaum ein Land stelle ich mir so eindrucksvoll wie Island vor. Diese rohe unberührte Natur bestehend aus dampfenden Vulkanen, riesigen Gletschern und tosenden Wasserfällen, ergeben ein fast surreal farbenfrohes Landschaftsbild, für das kaum Worte zu finden sind und jedes Superlativ viel zu lasch wirken lässt. Diese Insel ist ein einziges Kunstwerk, das mit jedem Winkel, den es zu bieten hat, für sich selbst wirbt und förmlich nach Abenteuer und einschneidenden Erlebnissen schreit. Sicherlich schwirrt eine Reise nach Island als Traum in den Köpfen vieler Mountainbiker rum. Doch die eigene Bequemlichkeit und der fehlende Mumm etwas Neues zu wagen, bringt die meisten dazu den nächsten Bike-Urlaub doch wieder in den Alpen zu verbringen. Denn die knapp über 100.000 Quadratkilometer große Insel ist alles andere als gemütlich. Von beständig angenehmen Wetter mal ganz zu schweigen, sucht man ausgeschilderte Trails hier vergeblich und die einzige gemütliche Einkehrmöglichkeit ist am Ende des Tages das eigene Zelt. Dabei ist es doch genau das, was Mountainbiken so besonders macht. Zeit in der Natur verbringen und dabei die abgefahrensten Abenteuer erleben.
Mittlerweile sind einige Videos im Netz zu finden, die offenbaren, was das Land gerade für Mountainbiker zu bieten hat und auf einen Schlag eine Expedition auf die Vulkaninsel gar nicht mehr so verrückt und abwegig erscheinen lässt. Genauso auf so eine Expedition hat sich der Sportfotograf und passionierte Mountainbiker Bastian Morell eingelassen und ein unvergessliches Abenteuer erlebt, das er in einem tollen Reisebericht mit beeindruckenden Bildern festgehalten hat.

Zum Bericht: www.bastianmorell.de

Bastian Morell - Island cliffs-2

Endstation Canyon: Die Insel wird von zahlreichen Schluchten durchzogen.
(Bild: Bastian Morell www.bastianmorell.de)

_MG_4365_BastianMorell-2

In Island gibt die Natur die Richtung des Trails vor.
(Bild: Bastian Morell www.bastianmorell.de)

Autor: Pascal Fessler

Dir hat der Beitrag gefallen? Abonniere unseren Blog und lass dir Teil 2 nicht entgehen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.