Erfahrungsbericht: Scott Enduro Camp Reschen 2014

Bunt, spektakulär, sexy. So könnte man Enduro beschreiben, dass sich innerhalb von knapp zwei Jahren von einer einfachen Idee zu einer eigenen Sparte im Mountainbike-Sport entwickelt hat. Wo XC und Downhill-Rennen bisher medial eher unauffällig geblieben sind, hat sich die Enduro World Series (kurz EWS) mittlerweile zu einer globalen Rennserie entwickelt, die durch anspruchsvolle Strecken an den schönsten Flecken der Erde immer mehr Menschen begeistert und auf allen möglichen Internet-Medienkanälen nachzuverfolgen ist. Auf dem Scott Enduro Camp am Reschenpass bekam ich letztes Jahr die Möglichkeit, diese neue Form des Mountainbikens etwas näher kennenzulernen.

Auf der Eurobike 2014 war der Siegeszug des Enduro Sports bereits im fortgeschrittenen Status zu beobachten: Integralhelme, Protektoren, bunte Bekleidung, leichte Bikes nicht weniger bunt mit viel Federweg und häufig nur einem Kettenblatt. Die perfekte Ausrüstung eben, um mit viel Style die Bestzeiten im Downhill zu knacken, jedoch trotzdem Höhenmeter bergauf spielend zu bewältigen. Was zuvor noch als reine Utopie galt, wurde so langsam hoffnungsvolle Realität. Doch niemand wusste so recht, um was es eigentlich bei dieser Neuerscheinung Enduro überhaupt geht. Der ehemalige Downhillprofi Holger Meyer hat es sich zur Aufgabe gemacht im Rahmen zahlreicher Endurocamps Licht ins Dunkel zu bringen.

So ging es für mich Anfang September nach Reschen, einem kleinen beschaulichen Ort und Austragungsort professioneller Enduro-Rennen am gleichnamigen Reschensee am Dreiländereck. In Kooperation mit Alutech Cycles hat die Region in den letzten Jahren durch 12 verschiedene Trails ein Paradies für jeden Mountainbiker geschaffen. In der Endphase sollen 22 Trails befahrbar sein.

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Die Uphills werden stets mit Ausblicken wie diesen belohnt.

Die Bikes, mit denen wir in den nächsten 3 Tagen die Trails der Region unter die Räder nehmen sollten, wurden von Scott gesponsert. Was ich zuvor noch auf den Messeständen der Eurobike bewundern durfte, war nun für 3 Tage mein neues Arbeitsgerät. Ein brandneues Scott Genius LT 700 Tuned. Alleine die Eckdaten treiben einem Freudentränen in die Augen: Komplette SRAM XO1-Ausstattung, Vollkarbonrahmen und stattliche 170 mm Federweg durch Fox Nude Dämpfer und Fox 36 Float Factory Gabel bei einem sagenhaften Gesamtgewicht von nur 12,4 Kilo! Nach einer genauen Fahrwerksabstimmung durch die mitgereisten Scott-Mechaniker konnte es dann endlich losgehen.

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Die nagelneuenTestbikes stehen für die nächsten 3 Tage breit

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Ein Traum auf zwei Rädern: Das Scott Genius LT Tuned 

In Sachen Fahrtechnik standen uns dabei mehrere Coaches zur Verfügung, die uns Tipps und Hilfestellungen gaben, um möglichst effizient die einzelnen Stages zu bewältigen. Darunter war niemand geringeres als Enduro-Profi Remy Absalon, momentan auf Platz 17 der Weltrangliste der EWS. Dieser machte uns gleich zu Anfang deutlich, in welchen Sphären sich Profis wie er eigentlich bewegen. Obwohl die Stages für ihn ebenfalls neu waren,  bretterte er mit einem irrwitzigen Speed die Strecken herunter, als gebe es kein Morgen mehr.

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Remy zeigte immer wieder eindrucksvoll, was er drauf hat

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Nachhilfestunde beim Profi

Und die Trails hatten es definitiv in sich! Durch nasse verwurzelte bis steinig verblockte Trails wurde einem fahrtechnisch sowie konditionell einiges abverlangt. Wie bei einem echten Enduro-Rennen ebenen. Festgehalten wurde die Action von Profifotograf und Redakteur des Enduro-Magazins Chrisoph Bayer.

Um zu den einzelnen Streckenabschnitten zu gelangen, nutzten wir häufig eine der vier Liftanlagen in der Region, die hervorragend in das großflächige Trailnetz integriert wurden und für wenig Geld genutzt werden können. So konnten wir über die drei Tage hinweg fleißig Tiefenmeter sammeln und somit unsere Abfahrtsqualitäten verbessern.

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Der feuchte Untergrund erforderte einiges an Konzentration

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Ein Trail-Highlicht war definitv der 3-Länder Trail über Österreich, Schweiz und Italien

Bei kulinarischen Köstlichkeiten wurde sich am Abend schließlich nach anstrengendem Trail- Riding in lockerer Atmosphäre über diverse Themen der Szene ausgetauscht. Flatpedals oder doch eher Clickless ? Fox oder RockShox ? Carbon oder Alu ? Gesprächsstoff gab es definitiv genug, zumal Remy interessante Einblicke in das Leben eines Enduro-Profifahrers gab und für sämtliche Fragen zur Verfügung stand.

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Nach den anstrengenden Fahrten folgten kulinarische Köstlichkeiten der Region

Ein weiteres Highlight und gleichzeitig der krönende Abschluss des Camps war eine Bootstour auf dem Reschensee. Bei einer Weinverköstigung ließen wir die vergangenen intensiven Tage Revue passieren und lernten die Geschichte hinter dem Wahrzeichen des Dorfes genauer kennen.

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Wahrzeichen der etwas anderen Art: Ein aus dem Wasser ragender Kirchturm

Rund ein Jahr ist seit dem Camp nun vergangen. Der Profi-Support, die Fahrtechniktipps von einem waschechten Profi, die tollen Trails und vor allem die lockere Atmosphäre unter gleichgesinnten Bike-Verrückten, machten das Scott Enduro-Camp einfach zu einem unvergesslichen Erlebnis, an das ich immer wieder gerne zurückdenke. Seither bin ich von Enduro fasziniert und auch die Region Reschen habe ich ins Herz geschlossen, sodass ich definitiv wieder zurückkehren werde.

Weitere Infos zur Region findet ihr hier.

Autor: Pascal Fessler

 

 

 

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